Die Geschichte der Deutschen Botschaft in Slowenien

Nachdem es im Laufe des Jahres 1991 angesichts der ungeklärten verfassungsrechtlichen Situation der SFRJ immer schwieriger geworden war, die konsularischen Befugnisse in Slowenien durch das Generalkonsulat Zagreb wahrzunehmen, hat Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am 6. November 1991 entschieden, ein Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Ljubljana einzurichten. Ziel dieser Entscheidung war es, auf pragmatische Weise dafür zu sorgen, dass die Bundesregierung in Slowenien präsent und ansprechbar ist, um anstehende Probleme zügig lösen und die deutsch-slowenischen Beziehungen weiter ausbauen zu können.

Hans-Dietrich Genscher Bild vergrößern (© BPA) Der Bundesaußenminister der Republik Deutschland Hans-Dieter Genscher hat das Dekret über die Einrichtung eines Generalkonsulats in Ljubljana erlassen. Am 23. Dezember 1991 wurde Dr. Günther Seibert von dem slowenischen Außenminister Dr. Dimitrij Rupel das Exequator erteilt.

Nach Ablauf der von der EG-Präsidentschaft auf der Haager Friedenskonferenz festgelegten Frist für die Vereinbarung einer politischen Lösung des Jugoslawienkonflikts am 10. Dezember 1991 beschlossen die Außenminister der EG am 16. Dezember 1991, diejenigen Republiken der SFRJ als unabhängige Staaten anzuerkennen, die dies wünschen und die die Voraussetzungen dafür erfüllen.  

Slowenischer Präsident Kucan in Bonn 1991 Bild vergrößern (© Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) Auf dieser Grundlage fasste das Bundeskabinett am 19. Dezember 1991 den Beschluss, Slowenien zum 15. Januar 1992 völkerrechtlich anzuerkennen und die Bereitschaft der Bundesrepublik Deutschland zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen einschließlich der Umwandlung des Generalkonsulats in Ljubljana in eine Botschaft zu erklären. Das Anerkennungsschreiben von Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker wurde Präsident Milan Kučan am 23. Dezember 1991 durch Generalkonsul Dr. Seibert überreicht. Gleichzeitig übermittelte er eine Einladung zu Verhandlungen über die förmliche Aufnahme diplomatischer Beziehungen am 8. Januar 1992 in Bonn, die von der slowenischen Seite akzeptiert wurde.

 Mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen wurde das Generalkonsulat Laibach am 15. Januar 1992 in eine Botschaft umgewandelt. In der gemeinsamen Erklärung von dem slowenischen Außenminister Dr. Dimitrij Rupel und dem deutschen Generalkonsul Dr. Günther Seibert heißt es: „Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Slowenien haben, mit dem Wunsch gegenseitige Beziehungen aufgrund freundschaftlicher Zusammenarbeit und Partnerschaft in Europa zu entwickeln, vereinbart, von diesem Tag an auf Botschafterebene diplomatische Beziehungen zwischen den Staaten aufzunehmen.“

AM Kinkel in Slowenien 1993 Bild vergrößern (© Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) An der feierlichen Einweihung des heutigen Botschaftsgebäudes am 13. Juni 1993 nahmen Bundesaußenminister Klaus Kinkel und der slowenische Außenminister Alojz Peterle teil.

Geschichte der Botschaft

Deutsche Botschafter in Slowenien

Klaus Riedel (2016-)

Nach der Abberufung von Botschafterin Dr. Prinz ernannte Bundespräsident Joachim Gauck Herrn Klaus Riedel zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an Präsident Borut Pahor erfolgte am 21. Juli 2016.

Dr. Anna Prinz (2013-2016 )

Nach der Abberufung von Botschafter Burkart ernannte Bundespräsident Joachim Gauck Frau Dr. Anna Elisabeth Prinz zur Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an Präsident Borut Pahor erfolgte am 29. Juli 2013.

Werner Burkart (2010-2013)

Nach der Abberufung von Botschafter von Kummer ernannte Bundespräsident Christian Wulff Herrn Werner Burkart zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an Präsident Dr. Danilo Türk erfolgte am 17. September 2010.

Matthias Ludwig Bogislav von Kummer (2009-2010)

Nach der Abberufung von Botschafter Dr. Goetz ernannte Bundespräsident Horst Köhler Herrn Matthias Ludwig Bogislav von Kummer zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an Präsident Dr. Danilo Türk erfolgte am 17. August 2009.

Dr. Hans-Joachim Goetz (2006-2009)

Nach der Abberufung von Botschafter Peters ernannte Bundespräsident Horst Köhler Herrn Dr. Hans-Joachim Goetz zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an Präsident Dr. Janez Drnovšek erfolgte am 19. September 2006.

Hans Jochen Peters (2003-2006)

Nach der Abberufung von Botschafterin Zenker am 30. Juni 2003 ernannte Bundespräsident Johannes Rau Herrn Hans Jochen Peters zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens an Präsident Janez Drnovšek erfolgte am 24. Juli 2003.

Heike Zenker (1997-2003)

Nach der Abberufung von Botschafter Dr. Seibert am 3. April 1997 ernannte Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog Frau Heike Zenker zur Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Slowenien. Die Übergabe des Beglaubigungsschreibens erfolgte am 21. Mai 1997.

Dr. Günther Seibert (1992-1997)

Das Agrément für Botschafter Dr. Seibert wurde vom Präsidium der Republik Slowenien am 21. Januar 1992 erteilt. Am 29. Januar 1992 wurde er als erster ausländischer Botschafter in der Geschichte Sloweniens von Präsident Milan Kučan zur Übergabe des Beglaubigungsschreibens empfangen.